Musikinstrumente
Berimbau
Die Ursprünge des Berimbaus liegen in Afrika, aber auch in asiatischen und europäischen Ländern gab und gibt es musikalische Klangbögen. So wie die Berimbau heutzutage beschrieben, aufgebaut und gespielt wird, ist sie ein typisches brasilianisches Instrument.
Sie besteht aus verschiedenen Teilen (siehe Bild):
- Beriba oder auch Verga: Ein langer und flexibler Holzstab. Er wird aus dem in Brasilien wachsenden Beribaholz gefertigt.
- Arame: Ein langer Stahldraht, welcher meist aus dem Gummi von Autoreifen rausgeschnitten und dann gereinigt wird. Er bringt die Spannung auf das flexible Verga und wird als Saite genutzt.
- Cabaça: Ein ausgehöhlter und getrockneter Kürbis. Sie hat eine große Öffnung und wird über ein Bändchen an Arame und Verga gespannt. Die Cabaça ist der Klangkörper der Berimbau.
- Baqueta: Ein einfaches Holzstäbchen. Sie wird wie ein Essstäbchen gehalten und so gegen den Arame geschlagen, um ein Ton zu erzeugen.
- Pedra und Dobrao: Ein einfacher Stein (Pedra) oder eine Münze (Dobrao). Sie wird zwischen Verga und Arame gehalten. Über Pedra oder Dobrao kann der Ton in drei verschiedenen Tönen gespielt werden. Tiefster Ton à Pedra berührt Arame nicht. Höchster Tonà Pedra berührt fest den Arame. „Schnarrton“ à Pedra berührt leicht den Arame.
- Caxixi: Eine Handrassel. Sie besteht aus einem handkleinen geflochtenen Korb mit Griff, welcher mit Muscheln, Steinchen und ähnlichem gefüllt ist. Geschlossen wird sie aus dem Stück Kürbis, was aus der Cabaça geschnitten wurde, um ihn auszuhöhlen. Die Caxixi wird in derselben Hand wie die Baqueta gehalten und klingt so bei jedem Schlag mit.
Es gibt drei verschiedene Berimbaus, sie heißen Gunga, Medio und Viola. Ihr Aufbau ist bei allen der oben beschriebene, sie variieren nur in der Cabaçagröße und Vergastärke.
- Gunga: Sie hat einen großen Kürbis und im Vergleich eine dünne und flexible Verga. Die Gunga spielt den tiefsten Ton, variiert am wenigsten und ist somit die Berimbau, die den Takt hält.
- Medio: Ihre Cabaçagröße und Holzstärke ist zwischen Gunga und Viola. Dementsprechend erzeugt sie eine mittlere Tonhöhe, und sie zeigt mehr Variationen.
- Viola: Sie hat die stärkste Verga und die kleinste Cabaça. Die Viola hat einen klaren Klang und den höchsten Ton. Sie spielt die meisten Variationen.
Agogo
Der Agogô besteht aus zwei Glocken von unterschiedlicher Größe und Tonhöhe. Der Agogô wird mit einem Stab aus Holz angeschlagen. Einen weiteren Klang kann man erzeugen, indem man die beiden Glocken während des Spielens gegeneinander drückt. Der Agogô ist afrikanischer Herkunft und wurde von den afrikanischen Sklaven nach Brasilien gebracht. Eine Variante des Agogô ist die Wooden Agogô aus Holz.
Pandeiro
Das Pandeiro ist eine Rahmentrommel und ähnelt dem Tambourin. Der Holzrahmen mit seinen metallischen Schellen ist mit einem Tierleder bespannt. Es wird traditionell in der Capoeira, dem Samba, dem Pagode und dem Choro eingesetzt.
Atabaque
Die Atabaque ist eine Trommel, die in der brasilianischen Musik oft zum Einsatz kommt. Der große Klangkörper besteht in der Regel aus Holz und ähnelt einem Fass. Er ist mit Tierleder bespannt. Außerdem steht der Klangkörper auf einem hölzernen Fuß. Wie die Musik, die auf ihm gespielt wird, ist auch das Instrument selbst afrikanischen Ursprungs.
Reco-reco
Das Reco-reco besteht traditionell aus einem sägezahnartig mit Querrillen eingekerbten Klangkörper. Der Klangkörper kann aus verschiedenen Materialien, wie z.B. Holz oder Metall, bestehen. Gespielt wird er mit einem Holzstab. Das Instrument wird in verschiedenen brasilianischen Musikstilen eingesetzt, wie etwa dem Samba.
